Die Unit "HT/HC Screening" (kurz "Screening") ist Teil der Organisationseinheit "Core Facilities" der Medizinischen Universität Wien und übersiedelt (voraussichtlich ab April 2027) ins Center for Translational Medicine. Die Einrichtung bietet eine hochmoderne Infrastruktur und wissenschaftliche Expertise für ‘High-Throughput-Screening’ (HTS), ‘High-Content-Screening’ (HCS), automatisierte Assayentwicklung, molekulare Pharmakologie und translationale Wirkstoffforschung.
Die Unit "Screening" wurde eingerichtet, um die Brücke zwischen Grundlagenforschung und therapeutischer Innovation zu schlagen. Sie vereint fortschrittliche Automatisierungstechnologien und zellbasierte Screening-Plattformen in einer integrierten Forschungsumgebung. Screening-Kampagnen können im 96-, 384- und 1536-Well-Format auf einer hochautomatisierten Plattform durchgeführt werden, die mit Liquid-Handling-Robotik, akustischer Dispensation, Multimode-Plattenlesern, High-Content-Imaging-Systemen und Durchflusszytometrie ausgestattet ist. Dadurch können Forschungsprojekte von der Target-Identifizierung und Assayentwicklung über die Hit-Identifizierung bis hin zur Validierung und mechanistischen Charakterisierung effizient begleitet werden.
Als Teil des Center for Translational Medicine profitiert die Screening Unit von der engen Zusammenarbeit mit klinischen Abteilungen, Biobanken, patientenorientierten Forschungsprogrammen sowie weiteren Core Facilities. Dadurch wird die Translation biologischer Erkenntnisse in neue therapeutische Anwendungen unterstützt. Die Einrichtung steht Forschenden der Medizinischen Universität Wien ebenso offen wie nationalen und internationalen akademischen Institutionen, Forschungseinrichtungen sowie Partnern aus der Biotechnologie- und Pharmaindustrie.
Anwendungen
Die Unit Screening unterstützt Anwendungen in der biomedizinischen Forschung und Wirkstoffentwicklung, darunter Target-Validierung, Identifizierung von Liganden, molekulare Pharmakologie, funktionelle Genomik und phänotypische Screening-Ansätze. Assays können für Rezeptoren, Ionenkanäle, Transporter, Enzyme und intrazelluläre Signalwege unter Verwendung rekombinanter Systeme, etablierter Zelllinien, Primärzellen, Organoide sowie patientenabgeleiteter Modelle entwickelt werden.
Das Anwendungsspektrum reicht von Rezeptorpharmakologie, Deorphanisierung und Studien zu Wirkmechanismus bis hin zu phänotypischer Wirkstoffforschung und translationalen Forschungsprojekten. Darüber hinaus unterstützt diese Core Facility funktionelle CRISPR/Cas9-Screenings und bietet Zugang zu Assay-fähigen Substanzbibliotheken, maßgeschneiderten Peptidbibliotheken, Naturstoffsammlungen sowie spezialisierten Workflows für Primärzellen und patientenabgeleitete Modelle. Durch die enge Zusammenarbeit mit weiteren Core Facilities können Screening-Projekte mit Genomics-, Transkriptomics-, Proteomics- und Durchflusszytometrie-Workflows kombiniert werden.
Kooperation und Servicemodelle
Die Unit Screening wird als serviceorientierte Core Facility betrieben und bietet Screening, Assayentwicklung, und pharmakologische Massungen als Dienstleistung für akademische, klinische und externe Nutzer:innen an. Das Team der Core Facility unterstützt Projekte durch wissenschaftliche Beratung bei der Auswahl geeigneter Assays, der Versuchsplanung, der Entwicklung von Screening-Strategien, der Dateninterpretation sowie bei weiterführenden Studien und begleitet Projekte von der ersten Konzeptentwicklung bis zur Datengenerierung und Validierung.
Zu den angebotenen Servicemodellen gehören:
- Assaymessungen und plattenbasierte Screening-Projekte (‚pay-per-plate‘)
- Rezeptor Messungen und GPCR-Panel-Screenings
- High-Content-Imaging und phänotypisches Screening
- Funktionelles Genomics-Screening (CRISPR/Cas9)
- Maßgeschneiderte Peptidsynthese und Entwicklung von Peptidbibliotheken
- Jährliche Servicevereinbarungen und Abonnementmodelle für regelmäßige Nutzer:innen
- Auftragsforschung sowie wissenschaftliche Kooperationsprojekte
Die Core Facility Screening beteiligt sich aktiv an nationalen und internationalen Forschungskooperationen und unterstützt Drittmittelanträge durch individuelle Servicevereinbarungen und maßgeschneiderte Projektplanung. Darüber hinaus dient sie als Ausbildungsplattform: wir bieten praxisorientierte Schulungen, Workshops und Mentoring in den Bereichen Assayentwicklung, Screening-Technologien, molekulare Pharmakologie, High-Content-Imaging, Durchflusszytometrie und Datenanalyse für Studierende, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, technisches Personal sowie Gastwissenschaftler:innen an.